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Steuerzeiten prüfen M119

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Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Nightmission » So 28 Feb, 2016 10:13

Hallo zusammen,
nun meine nächste Frage. Ich habe jetzt ziemlich lange hier im Forum und im Internet nach Bildern und einer kompletten Beschreibung gesucht, wie die Steuerzeiten geprüft werden. Leider bin ich da nicht so richtig fündig geworden. Das einzige was ich gefunden habe ist, dass man die Kurbelwelle auf 45 Grad vor OT stellen soll und die Nockenwellen dann verstiftbar sein sollen. Bedeutet dies, dass einmal auf 45 Grad gestellt, alle Nockenwellen möglichst in dieser Position dann verstiftbar sind?
Ist die 45 Grad Markierung auf der Kurbelwellenscheibe markiert und wie sieht das aus?
Wie dick sollte der Bohrer zum verstiften sein?
Gibt es da irgendwie Bilder oder doch eine Beschreibung oder ein Link, den ich übersehen habe?
Eine verständliche Erklärung wäre mir sehr hilfreich.

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Für eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Maik
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon sl 600 » So 28 Feb, 2016 10:30

das ist mit dem Verstiften gemeint.

Hier siehste das die Verstellt ist, da der Stift neben dem Loch steht.
IMG_2703.JPG


IMG_2702.JPG
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Frank_SL55 » So 28 Feb, 2016 10:33

Hallo Maik.

Die Gradzahl ist auf der Riemenscheibe der Kurbelwelle abzulesen
Ich meine das läuft so:
Kubelwelle positionieren, Nockenwelle verstiften.
Und dann schaust mal wie weit die Kette es erlaubt das Du die Kurbelwelle noch weiterdrehen kannst.
Über die Gradzahl an der Riemenscheibe siehtst Du nun die wirkliche Steuerzeit und könntest die Längung der Kette errechnen.
(Gemacht habe ich es aber selbst auch noch nicht)
Grüße, Frank
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Nightmission » So 28 Feb, 2016 13:13

Soooo,
erst mal vielen Dank für eure Antworten. Habe jetzt zusätzlich einen bebilderten Text gefunden, wo jemand die Steuerkette gewechselt hat und alles sehr schön erklärt bis ins Detail.

Bin darauf hin natürlich in meine Halle gefahren und wollte es wissen wie die Steuerzeiten sind. Also 27er Nuss genommen, Motor in Drehrichtung gedreht und auf die 45Grad Markierung (steht sogar drauf) gedreht. Passte erst nicht und den Motor nochmal gedreht und dann ging es, da die Kurbelwelle sich 2 Mal dreht und die Nockenwellen ein mal, d.h. vorher um 180 Grad verdreht. 6er Bohrer genommen und die Kurbelwelle leicht korrigiert. bei 43-44 Grad fluppte der Bohrer rein, alle 4 Nockenwellenräder gleichmässig. Würde also behaupten, alles ist im Toleranzmaß und soweit alles ok.
Vielen Dank noch mal und viele Grüße.

Gruß
Maik.

PS: Man lernt nie aus .
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Anderlaltöl » Sa 30 Nov, 2019 22:16

Soweit so gut. Hatte heute mal was probiert, denke ich falsch ?
Habe den Motor in Drehrichtung auf 45 Grad OT gedreht, dann durch den Öldeckel mit der Endoskopkamera durch den Verstiftebügel geschaut und exakt das Loch im Nockenwellenrad gesehen.
Nach Adam Riese wäre das die 3. Nockenwelle vom Kurbelwellenzahnrad aus gesehen, also etwa 3/4 der Kettenlänge. Wenn die Kette oder die Gleitschinen was hätten, wäre die Nockenwellenbohrung wohl erst später gekommen oder ?
Denke ich falsch oder kann ich davon ausgehen, dass die Steuerzeiten wahrscheinlich stimmen?

Danke für Eure Meinungen. Anderlaltöl
Motor M119 960, 326 PS.
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Oelmotor » So 01 Dez, 2019 22:03

Hallo,

das beschriebene Prozedere dient dem Prüfen der Grundstellung der Nockenwellen.
Die Steuerzeiten selbst werden mit der Messuhr, bei aufgehobenem Ventilspiel und 2 mm Ventilhub gemessen.

Gruß
Thomas
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Anderlaltöl » Mo 02 Dez, 2019 19:13

Danke für die Info. Aber wie ist die Meinung zur Prüfmethode, wenn die in Kettenlaufrichtung 3. Nockenwelle passt, kann man davon ausgehen, dass die Kette nicht gelängt und die Gleitschienen nicht eingelaufen sind ?
Wollte mir halt das Abnehmen des Ventildeckels sparen.
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon NUSL85 » Mo 02 Dez, 2019 19:31

3te Nockenwelle ist Einlass Nockenwelle Rechte Bank?

Naja wenn du an dem Riemenrad penibelst die 45° vor OT hast, und du die Einlasswelle vom rechten Zylinder verstiften kannst, sollte es ok sein.
Was hast denn an km drauf?
Als Grundstellung könnte es reichen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich jedoch die Deckel runter machen, is ja kein arg großer Aufwand


Beim M119 egal welcher Ausführung werden die Steuerzeiten mit den Tassenstößeln gemessen.
Mit freundlichen Grüßen Tobias



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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Anderlaltöl » Mo 02 Dez, 2019 20:07

Ja,denke Einlassnockenwelle rechte Bank (Beifahrerseite) hab durch den Öldeckel reingeschaut.170000km aber ich meine eben, es wurde vom Vorgänger schon gemacht weil halt neues Dichtungspapier rausschaut. Sonst würde die Markierung und das Stiftloch in der Nockenwelle nicht so genau passen.
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Jose » Mo 02 Dez, 2019 21:27

Die Grundstellung reicht vollkommen aus um festzustellen ob an der Steuerkette nebst Gleitschienen und Kettenspanner alles in Ordnung ist.
Die Mühe (ist ja nun wirklich kein großer Aufwand) die Ventildeckel zu demontieren würde ich mir dennoch machen um festzustellen ob auch zwischen den beiden Zylinderbänken alle vier sechser Bohrer sich auch einwandfrei verstifften lassen und wenn nicht um wieviel sie versetzt sind.
Eine Sichtprüfung durch die Öleinfüllöffnung kann da doch sehr täuschen. Das verstifften der vier Bohrer ist das was zählt.
Etwas aufwendiger wäre das ganze beim M120. Dafür muß nämlich die Ansaugbrücke abgebaut werden.
Jose
 
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Re: Steuerzeiten prüfen M119

Beitragvon Aprilscherz » Mo 02 Dez, 2019 22:40

Jose hat geschrieben:Die Grundstellung reicht vollkommen aus um festzustellen ob an der Steuerkette nebst Gleitschienen und Kettenspanner alles in Ordnung ist.
Die Mühe (ist ja nun wirklich kein großer Aufwand) die Ventildeckel zu demontieren würde ich mir dennoch machen ...
Etwas aufwendiger wäre das ganze beim M120. Dafür muß nämlich die Ansaugbrücke abgebaut werden.

Ja, Jose als ich deinen Text las dachte ich Grade so bei mir..wie toll man an dem V8 (vermutlich an fast jedem V8?) z.b. Kerzen wechseln kann.
Das war die reine tolle Entspannung am SL ..
Bei meinem BMW e32 mit dem V12 und dem Ansauggeweih ist das schon ganz ganz anders.
Aus diesem Grunde hab ich bei dessen jetzt nach 4 Jahren / 20.000 Mal anstehemdem Kerzenwechsel gleich die Brücken demontiert und neu sauber eingedichtet (dabei werden die Gummidichtungen aufgearbeitet und mit etwas Dichtpapier/Dichtmasse eingebaut was auch Mal nach paar Jahren ansteht und dann mit in einem grossen Aufwasch gemacht wird)
Man fügt sich sonst eh nur Schnittwunden zu..und naja so richtig arbeiten kann man dieses gefummelt bei montierten Brücken dann auch nicht nennen..
Aber
Allein die 24 kleinen 6er Muttern da dran und abzufummeln und den WiWa Behälter demonieren , DMEs,KGEs,Spritrohr , Kühlwasserbehälter umverlegen,kühlerzarge+viscolüfter Demontage, die 4 Kompaktstecker der emls , und die 12 ESV und die kleinen Gummi teile die z.b den ölmessstab Mitte halten und ,die Brücken mit abstützen.. (hab ich auch gleich neu) usw..
War für mich erstmals alleine und zusammen mit dem Tausch der hinteren niveauDruckspeicher ,des kardanmittellager und sämtliche Auspuffdichtungen und lackieren der kats erneuern Lambdas und neuen EML Dichtungen und Kühlwasserbehälter neu und Diff Lager hinten sowie auspuffgummis neu waren da 'gemütliche' 70h fast weg und davon ein Drittel nur im/am Motorraum mit paar Nebensächlichkeiten..
Ne am V12 isses nicht soo einfach.
Aprilscherz
 
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