Es war einmal eine Gedenkminute...

Was passiert sonst noch

Moderatoren: mfl, Robschi, mchen

Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Capoholgi » So 13 Dez, 2015 16:07

Hab ich gerade auf NTV gefunden und hier her kopiert.

Es war einmal eine Gedenkminute
Diese Worte sind jungen Autofahrern fremd

Vorglühen bevor man mit dem Auto losdüst? Das war früher durchaus ein Muss. Allerdings nicht so, wie manch junger Autofahrer denken mag. Auch andere Ausdrücke aus dem Autowortschatz gehören inzwischen der Vergangenheit an.

Früher war Autofahren noch mit echtem Aufwand verbunden - und damit sind nicht die Anfänge des Automobils vor mehr als einem Jahrhundert gemeint. Reinsetzen, Startknopf drücken (bzw. Schlüssel drehen), losfahren und bis zur turnusmäßigen Inspektion durchdüsen, das hat die Technik nicht immer erlaubt. Wer in den letzten zehn Jahren seinen Führerschein gemacht hat, und nicht gerade einen Oldtimer fährt, dürfte folgende fünf Punkte nicht mehr aus eigenem Erleben kennen.

Vorglühen: Heute versteht man darunter den geldbeutelschonenden Genuss alkoholischer Getränke vor der eigentlichen Feier, früher die Gedenkminute vor der Autofahrt. Ein Dieselmotor durfte nämlich erst gestartet werden, wenn die Kontrollleuchte mit dem stilisierten glühenden Draht erloschen war. Hintergrund: Ein Selbstzünder - daher der Name - startet den Verbrennungsprozess des Diesel-Luft-Gemisches im Zylinder selbst. Beim Benziner wird das Benzin-Luft-Gemisch durch einen Funken der Zündkerze entzündet. Um das Starten eines Dieseltriebwerks zu erleichtern, wird das Aggregat mittels Glühkerzen auf Temperatur gebracht, also vorgeglüht. Den Vorgang hat der Fahrer mit dem Zündschlüssel selbst gestartet. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen muss ein Dieselmotor heute auch noch kurz vorglühen. Allerdings passiert das bei modernen Dieselaggregaten automatisch und sehr schnell.

Bild
In den 60er-Jahren war verbleites Benzin an Tankstellen normal - genau wie der Tankwart.

Batterie auffüllen: Damit die Autobatterie lange hält, musste man ihren Flüssigkeitsstand regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls destilliertes Wasser nachfüllen. Seit rund einem Jahrzehnt haben sich allerdings sogenannte "wartungsfreie" Batterien durchgesetzt, die vom Laien meist gar nicht mehr geöffnet werden können.

Verbleites Benzin: Zur höheren Klopffestigkeit wurde dem Benzin eine Bleiverbindung zugesetzt, was die Neigung zu unkontrollierten Selbstentzündungen (sogenanntem "Klopfen") verringerte. Aufgrund seiner Giftigkeit ging die Verwendung schon seit Mitte der 80er-Jahre zurück, zudem sind Fahrzeuge mit Katalysatoren auf bleifreies Benzin angewiesen. Endgültig wurde verbleites Benzin im Jahr 2000 in der EU aus dem Verkehr gezogen. Für ältere Motoren sind heute Bleizusätze im Handel erhältlich.

Choke: Um einem Vergasermotor einen reibungslosen Kaltstart zu ermöglichen, wird über den Choke der Kraftstoffanteil im Kraftstoff-Luft-Gemisch erhöht. Die Starterklappe begrenzt die in den Vergaser einströmende Luft, so dass dem Motor ein fetteres Gemisch zugeführt wird. Beim manuellen Choke wird vor dem Start ein Knopf herausgezogen, ist der Motor warm, wird er wieder hineingeschoben. Beim halbautomatischen Choke tritt man vor dem Start das Gaspedal einmal vollständig durch. Bei den späteren Motoren mit Benzineinspritzung gab es keine solche Starterklappe mehr, eine gegebenenfalls erforderliche Gemischanreicherung erfolgt automatisch zum Beispiel über erhöhte Einspritzmengen.

Innen Eis kratzen: Bildet sich in einem modernen Auto bei frostigen Temperaturen innen auf den Fenstern eine dünne Eisschicht, deutet das auf problematische undichte Stellen hin. Weil die Autos der vergangenen Jahrzehnte längst nicht so dicht waren wie heutige, war die Feuchtigkeit im Innenraum eher normal. Normal war damit auch das im Winter häufige Eiskratzen von innen.

Die Beispiele machen deutlich: Wer heute von der "guten alten Autozeit" schwärmt, hat vielleicht einen rosa Schleier vorgezogen. Moderne Autos sind nicht nur sicherer und sparsamer als früher, sie bieten auch und vor allem sehr viel mehr Alltagskomfort.

Quelle: n-tv.de , kse/sp-x

Gruß Holger
Bild
Benutzeravatar
Capoholgi
 
Beiträge: 3490
Registriert: Di 11 Sep, 2007 21:33
Wohnort: bei Bonn

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon mchen » So 13 Dez, 2015 21:16

Also bis auf "Innen Eis kratzen" - hab´ ich alles auch gehabt.....

Nun ja, das war halt so - damals normal, heute verursacht das
bei jungen Autofahrern heute Achselzucken und Stirnrunzeln :???:

Noch einen schönen Sonntagabend :santagrin: :xmas2_cuinlove:
Frauenfraktion SL-Stammtisch Südwest - Verstärkung des Männerteams hier im Forum
Benutzeravatar
mchen
 
Beiträge: 4873
Registriert: Di 07 Jan, 2003 17:03
Wohnort: 67141 Neuhofen

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 08:15

Habt ihr euch einmal die Zapfsäule auf dem Bild angeschaut?

Oben 17 DM
Unten 27 Liter

Einfach nur schön... :klatsch:

Nette Woche
Klaus

P.S. Vorglühen = Beim alten /8 musste man am Zugknopf bis zur ersten Rasterung ziehen, dann warten bis die Glühwendel in der Mitte unter dem Armaturenbrett rot glühte, dann etwas weiter ziehen zwecks starten. Es war genial. Vor allen Dingen was da hinten dann an schwarzem Qualm raus kam... :messias2:
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Michael M. » Mo 14 Dez, 2015 08:20

Capoholgi hat geschrieben:...wenn die Kontrollleuchte mit dem stilisierten glühenden Draht erloschen war.

Stilisiert? Wieso stilisiert?? In meinem 190D W110 war das ein echter Glühdraht, siehe Photo. Das Ganze funktionierte mit einem Zugschalter, erste Stufe vorglühen, zweite Stufe den Anlasser einrücken und anwerfen. Dann klackerte der Heizölvernichter los, mit einem Klang, der jeden heutigen Autofahrer sofort in die Werkstatt getrieben hätte mit der Diagnose "schwerer Motorschaden"...!
Die V.max von dem Gerät lag an guten Tagen bei 125 (km/h, nicht mph), das war auf der Autobahn nur Tempomat zu ertragen (Ziegelstein auf Gaspedal).

Mercedes-Benz-200-D-W110.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Grüsse aus Holland

Michael
Benutzeravatar
Michael M.
 
Beiträge: 595
Registriert: Mo 31 Okt, 2011 18:31
Wohnort: Bergen NH (NL)

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Michael M. » Mo 14 Dez, 2015 08:20

Klaus war schneller.... :p
Grüsse aus Holland

Michael
Benutzeravatar
Michael M.
 
Beiträge: 595
Registriert: Mo 31 Okt, 2011 18:31
Wohnort: Bergen NH (NL)

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 08:24

und bevor jetzt die jüngeren hier fragen wofür auf dem Bild von Michael der schwarze linke Drehknopf war, damit konnte man das Standgas regulieren.

Ich liebe solche Beiträge :klatsch:
Klaus
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Michael M. » Mo 14 Dez, 2015 08:59

War mit 19 (1972) mein erstes Auto, und gleich ein Mercedes (musste sein!). Irgendwie hatte mich aber niemand auf den Unterschied zwischen Benziner und Diesel hingewiesen, vor allem in Sachen Performance.... Aber was soll's, hatte auch seine Vorteile, wenn so ab den 20sten des Monats die Kohle alle war bin ich heimlich mit der Heizölkanne in Mamas Keller geschlichen. Die Karre war der grosse Beschiss, Motor frass mehr Oel als Diesel. Gebraucht gab's dann nur einen Benziner-Motor, weil der Markt für Selbstzünder durch die damals in Mode geratenen Diesel-Umbauten von W108/109 leergefegt war. Aber in meiner grenzenlosen Unerfahrenheit (gelernter Kaufmann) sollte das kein Problem sein. Hab' dann 3 Monate gebraucht, um alles umzubauen, Kraftstoffanlage, Zündung, usw., war eine Art "Gesellenstück". Nachdem ich fast fertig war, musste ich feststellen, dass der Wagenheber die Aufnahme eingedrückt hatte, nähere Untersuchungen bestätigten, dass die Schweller auf beiden Seiten grösstenteils aus übergespachteltem Zeitungspapier bestanden, zur Versteifung innen mit Stroh ausgestopft! Also noch mal 2 Monate drangehängt, und Erfahrungen als Karosseriespengler gesammelt. Nachdem ich endlich fertig war, erste Probefahrt, noch ohne Lackierung, und wie's der Teufel will, an einer Kreuzung knallt mir ein VW-Bulli hintendrauf. Als der Gutachter die buntgespachtelte Karre, so ohne Stossstangen und voll mit Schleifstaub sieht, kam er nicht über DM 1200 hinaus, minus Restwert blieben DM 900 übrig! DM 2500 bezahlt, plus Motor DM 700, plus andere Teile ca. DM 500, plus 5 Monate Arbeit - heul, heul, heul!

Aber Gott sei Dank stand Ersatz schon bereit - ein 220S Sechszylinder mit Motorschaden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte....
Grüsse aus Holland

Michael
Benutzeravatar
Michael M.
 
Beiträge: 595
Registriert: Mo 31 Okt, 2011 18:31
Wohnort: Bergen NH (NL)

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Claus Td » Mo 14 Dez, 2015 10:00

Glühüberwacher hab ich auch,waren früher normal :klatsch:

Bild
Claus Td
 
Beiträge: 208
Registriert: Mo 31 Dez, 2012 19:58

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 10:06

Ist das ein LKW? :???:

Neugierige Grüße
Klaus
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Claus Td » Mo 14 Dez, 2015 10:58

Ja,der hat mich in den 16Jahren seit ich den habe schon zigtausende km weitweit weg und wieder zurückgebracht. :hurrah2:

Bild
Bild
Claus Td
 
Beiträge: 208
Registriert: Mo 31 Dez, 2012 19:58

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 11:44

Hammerteil. Gibt es noch mehr Fotos? Vom Auto und auch von den Trips?

Gespannte Grüße
Klaus
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Claus Td » Mo 14 Dez, 2015 13:24

Orginalzustand vorher.
Magirus 150D10.V6,150PS,9500ccm Bj.1965.Keine Weichei-Servo....also Kraftfahrer.Verbrauch ca.21l.Vmax.115km/h
Bild
Bild
Wagenvermietung
Bild
Tankstelle
Bild
Leute die man so tfifft
Bild
Bild
Pause in der Schule
Bild
Bild
Bild
Bild
normale Transportmittel
Bild
ungeeignete Wege für den SL
Bild
Bild
nette Dorfbewohner
Bild
Grenzstation
Bild
der große Sandkasten
Bild
Terrasse/Balkon und nüztlichem Huckepack
Bild
Claus Td
 
Beiträge: 208
Registriert: Mo 31 Dez, 2012 19:58

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 14:06

Megageile Fotos. Auf der Tour wäre ich gerne dabei gewesen. Welche Länder waren das?

Gruß Klaus
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon Claus Td » Mo 14 Dez, 2015 14:16

Auf dem Landweg nch Spanien,rüber nach Marokko,Westsahara,Mauretanien,Mali.Burkina Faso.Ghana.....dann hat mich die Scheiß Malaria erwischt und ich bin zurück.Eine Weile im Krankenhaus Agadir gelegen und letztendlich wieder nach Hause gefahren.
Ein Jahr vorher der Tripp Griechenland,Türkey,Syrien,Jordanien (damals hatte ich leider noch keine Digicam) und wieder zuück.War jeweils ein paar Monate unterwegs.
Claus Td
 
Beiträge: 208
Registriert: Mo 31 Dez, 2012 19:58

Re: Es war einmal eine Gedenkminute...

Beitragvon galu » Mo 14 Dez, 2015 14:41

Ja damals.... da waren solche Touren auch noch möglich. Heute geht das ja aus diversen Gründen leider nicht mehr. Malaria kenne ich, hatte ich in Kenia. Zwischen schwitzen und Schüttelfrost vergehen 10 Sekunden... war ganz witzig. Jedenfalls toll das du da ein paar Bilder eingestellt hast. Danke dafür.

Gruß Klaus
Benutzeravatar
galu
 
Beiträge: 11512
Registriert: Sa 16 Jul, 2005 17:48
Wohnort: 31234 Edemissen bei Peine

Nächste

Zurück zu Rund um das Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste