E-Auto emotional?

Es soll ja noch andere Themen - ohne den SL - geben...

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E-Auto emotional?

Beitragvon teifiteifi » Fr 10 Sep, 2021 10:51

Moin,

Frau Hildegard Wortmann, Vorstandsmitglied (oder Mitgliedin?) von AUDI, sagt in einem Interview: "Ich habe noch keinen gesehen, der nicht mit einem breiten Grinsen aus einem elektrischen Audi ausgestiegen ist. Ich bin überzeugt: Elektroautos sind mindestens so emotional wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor."

Da ich schon etwas angejahrt bin, kann ich das nicht so recht nachvollziehen. Für mich gehört - jenseits aller Vernunft - zum Spass-Auto das Brummen des Motors und z.B. das Blubbern des US-Achtzylinders. Allerdings bin ich noch kein E-Auto gefahren und könnte mir vorstellen, dass die E-Beschleunigung ein neues Fahrgefühl eröffnet.

Was denken Forumsmitglieder, deren Liebe ja auch dem Verbrenner gehört, zu diesem Thema?

Gruss Werner
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon galu » Fr 10 Sep, 2021 11:03

Moin Werner

ein mit Sicherheit von der Fragestellung her, sehr emotionales Thema. Ist einfach nach meiner Meinung der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Ein E - Auto, noch besser ein Cabrio, hat einen ganz anderen Reiz als ein vergleichbarer Verbrenner. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, offen bei fast null Geräuschen durch die Gegend zu fahren. Kann man, muss man aber nicht, genießen.
Auch ein Ami 8 Zylinder hört sich im Stau neben einem MAN LKW incl. der Dieselgeruchwahrnehmung, nicht so wirklich toll an. Aber wie gesagt, ist immer subjektiv zu sehen. Gehe mal zu einem E Autoanbieter und mache eine Probefahrt. Dein Popometer wird ganz neue Erfahrungen machen, welche mit einem normalem Verbrenner nicht zu erfahren würden.
Gut bei 600 und mehr PS eventuell. Jedoch der Drehmoment - einfach nur toll! Man muss (sollte) es selbst erfahren...

Grüßle in den wilden Süden
Klaus

P.S. Der übernächste SL wird auch ein E werden. 2025 ist bei DB Schluss mit Verbrennern...
Ich werde auf GAR KEINEN Fall…! Impfen ? :spritze: Aber sehr gerne - zweimal bitte !!!
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Anderlaltöl » Fr 10 Sep, 2021 15:36

Oder die Kombination , da kann man wählen was man will :hurrah2:
https://www.google.com/url?sa=t&source= ... JMiaTAdafg
Gruß, Andreas
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon gsfux » Fr 10 Sep, 2021 16:12

Die Dinger gehen schon gut los, auch mit nicht so hoher Leistung, aber durch die Reichweitenproblematik bist'e nach kurzer Zeit wieder auf der Ökoralley.
Obwohl, wenn ich meinen alten Astra Diesel in Dänemark gestreichelt habe und eine Reichweite von 1250km im Bordcomputer hatte, fand ich das auch ganz nett.
Potential zur Optimierung is immer :joint:

Gruß
Matthias
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Autopapst » Fr 10 Sep, 2021 18:12

Ich finde viele der heutigen e-Autos vom Design her enorm enttäuschend, da kommen keine Emotionen auf. Es gibt von Honda einen der ein bisschen wie ein Golf1 aussieht, habe ich in Frankreich sehen können, der war ganz cool weil Retro. Ich finde ein eAuto muss nicht wie ein eAuto aussehen sondern es muss gut aussehen.
Ob da ein Elektromotor oder ein Verbrenner werkelt ist mir ziemlich schnuppe, solange die Fahrdynamik gut ist. Ich habe einen Elektroroller (also so etwas wie eine Vespa), das macht Riesenspaß, ich denke die Autos haben super viel Potential, in ein paar Jahren wird niemand mehr einen Benziner kaufen wollen, da macht es mE auch Sinn der Industrie den Druck zu nehmen jetzt noch in Verbrennertechnologie investieren zu müssen. Irgendwann werden wir vielleicht darüber nachdenken unsere schönen R129 umzurüsten, heute ist diese Technologie zum Nachrüsten leider unendlich teuer.
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon gr1nd » Fr 10 Sep, 2021 20:10

Also ganz nüchtern betrachtet ist ein E-Motor dem Verbrenner haushoch überlegen. Insbesondere im Stadtverkehr oder natürlich auch auf Landstraßen mit Ampeln. Bei einem Plugin Hybrid gleicht der E-Motor die Defizite bei Stop&Go bzw. allgemein bein Anfahren gut aus. Aber wer einmal einen Taycan, Model 3 Performance oder gar einen Model S gefahrn ist, der weiß, dass der Verbrenner keine Chance hat. Auch die Tatsache, dass man jedes Rad mit einem eigenen Motor versorgen kann und so für eine geniale agilität sorgen kann, geht mit einem Verbrenner per-se nicht. Als Daily finde ich ein E-Auto perfekt. Momentan fahre ich einen Hybrid 213er, bin mir aber sicher, dass der nächste dann ein BEV wird, vermutlich dann ein EQE.
Ich fahre einen 500er M119 r129 sowie einen M276 (nicht aufgeladen) C350. Beide Autos werde ich sicher nicht verkaufen, denn der Fahrspaß ist, obwohl ich oben so über den Verbrenner hergezogen habe, definitiv vorhanden. Es ist halt was völlig anderes und macht einen rießen Spaß. Denn gerade auch die Defizite des Verbrenners in Kombination mit der trägen 722.6 im SL haben auch ihren Charme ;)
Daher: Ich gebe der Dame recht: Beides weckt Emotionen. Jedes auf seine Art. Aber das gilt aus meiner Sicht halt auch nur für Verbrenner mit mindestens 6 Zylindern. Ich denke den 4 Zylindern wird niemand nachtrauern. Bei ähnlichem Preis ist ein Tesla Model 3 Performance einem Golf R haushoch überlegen. Und rein von der Performance: 0-100 in 3.3s, 261km/h Topspeed und 510ps für knapp 60k - Für einen Verbrenner undenkbar. Da müsste man deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Aber ich weiß, mit der Meinung stehe ich unter alt-Benz Fahrern eher alleine da. Aber oft nur, weil die allermeisten wohl noch kein E-Auto mit einigermaßen Leistung gefahren sind.
gr1nd
 
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Claus Td » Fr 10 Sep, 2021 21:25

gr1nd hat geschrieben: Denn gerade auch die Defizite des Verbrenners in Kombination mit der trägen 722.6 im SL haben auch ihren Charme ;)

Verstehe ich nicht was da träge ist,und so ein emotionsloses E-Dingeens möchte ich auf keinen Fall. :p
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Capoholgi » Fr 10 Sep, 2021 21:42

Hallo zusammen,
ich habe beruflich mit den Produkten der Firma zutun bei der Frau Wortmann als Vorstand des Vertriebs tätig ist. Um genau zusein, bewilligt sie sogar Projekte in denen ich tätig bin. Somit habe ich zwar nicht direkt, aber schon irgendwo mit ihr beruflich zutun.
Grundsätzlich stehe ich zu 100 % hinter Ihrer Aussage. Elektrofahrzeuge sind auf jeden Fall emotional. Die Beschleunigung, der Durchzug, das lautlose dahingleiten, hat etwas. Einige die mich kennen werden sich eventuell wundern warum ich mir vor Jahren einen Abgasanlage hab verbauen lassen, die den V8 hervorhebt, wenn ich die lautlose Fortbewegung auf einmal gut finde. Da bin ich wie meine Vorredner: das eine ist das Kultige mit seiner für die Epoche in der Verbrenner eine hochtechnologisierte Verbrennungstechnologie war. Verstellbare Nockenwellen, variable Ansaugen, Aluminium an einigen Motorkomponenten, die neu eingeführte Wandlerüberbrückungskupplung im 722.6, usw. All das war in der Zeit eine Ingenieurleistung sonder gleichen. Aber das ist über 25 Jahre her und die Kugel dreht sich weiter und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit.
Vom technisch sinnvollen her betrachtet, ist unser Verbrennungsmotor ein ganz alter Hut. Der Wirkungsgrad bei einem Topdiesel liegt aktuell gerade mal bei knapp 50 %, bei einem Ottomotor bei etwa 45 %. Ein aktueller Elektroantrieb im Synchronmotor liegt bei etwa 95 %! Ein Asynchronmotor knapp darunter, wobei man die beiden Motoren aus verschiedenen Betrachtungswinkel sehen muss, ähnlich wie bei einem Diesel oder einem Ottoprinzip.
Wenn man sich die Verbräuche der beiden Kontrahenten (Verbrenner gegen Elektro) ansieht, wird einem das noch deutlicher.
Vergleichen wir einen Audi RS7 und einen RS erton GT. Beide haben ca. 600 PS. Der Elektrowagen verbraucht ca. 20 KW/h und der Benzinwagen ca. 89 KW/h (Ottokraftstoff hat etwa 7,8 KW pro Liter) nach WLTP.
Jetzt kann man ja schimpfen...jaaaa nach WLTP, wie sieht es denn mit den Realverbräuchen aus, die sind ja weit weg von diesen obskuren WLTP Daten. Stimmt, das mag so sein, jedoch vergleiche ich beide Autos über den WLTP, und wenn man beide ordentlich scheucht, gehen auch beide nach oben, und das Parallel.
Emotional sind sie beide, das kann ich bestätigen, jeder auf seine Art und Weise.
Die einzige Problematik aktuell ist - und das wird aus meiner Sicht auch noch länger bleiben - die Ladeinfrastruktur und die damit verbundenen Ladezeiten. Der RS erton GT hat zwar ein 800 V Bordnetz, was die Ladezeit an einem Supercharger deutlich verkürzt, aber dennoch ca. 10 Mal länger dauert als klassisch zu tanken.
Gruß Holger

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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon gr1nd » Fr 10 Sep, 2021 22:19

Claus Td hat geschrieben:
gr1nd hat geschrieben: Denn gerade auch die Defizite des Verbrenners in Kombination mit der trägen 722.6 im SL haben auch ihren Charme ;)

Verstehe ich nicht was da träge ist

Ist das ernst gemeint? Bist du jemals ein 7G+, 9G AMG DSG oder ZF8 gefahren? Falls nicht, solltest du das dringend nach holen. Dann weißt du sofort, was ich meine.
Aber wie gesagt und wie Capholgi auch geschrieben hat: Ich liebe das Ding trotzdem. 4 Ventiler V8, WÜK im Getriebe etc.. Damals High End (Vermutlich gab es damals auch schon Unkenrufe von der Vergaserfraktion) und auch heute nimmt mich das Ding auf jeder Fahrt emotional komplett mit. Aber es ist halt kein Vergleich mehr zu den heutigen Technologien. Klingt jetzt blöd, aber fahre mal eine Pagode und danach den r129. Ungefähr so ist der Sprung vom r129 zu einem aktuellen Daimler. Und ja, den r129 kann man trotzdem gut als Daily fahren, keine Frage. Die Pagode eher nicht ;)

@capholgi beim Laden stimme ich dir absolut zu. Wenn ich zuhause nicht laden könnte oder ich vielfahrer wäre, wäre das Ganze ein No Go für mich.
gr1nd
 
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Carlo1606 » Fr 10 Sep, 2021 22:34

Holger,
das hast jetzt rational alles sehr schön erklärt und meine linke Gehirnhälfte stimmt dir völlig zu.
Meine rechte Gehirnhälfte allerdings hat beim Lesen deiner Sätze die Drehzahl erhöht und mit tiefem Grollen ein emotionales Veto eingelegt. Aber warum, wenn Du doch absolut nix Falsches geschrieben hast?

Es liegt wahrscheinlich daran, daß ich vor 53 Jahren mit meinem Cousin in der Scheune meines Opas (ja er war Bauer mit Hof und Scheune) eine total verstaubte und ewig nicht gelaufene NSU Quickly gefunden habe. Nach eine Woche und vielen guten Tips meines Opas ist sie wieder gelaufen. Der Verbrennungsmotor hat sich damals in der rechten Hirnhälfte eingenistet und mich seither nicht mehr los gelassen. Ob nun 1, 2, 4, 6 oder 8 Zylinder ( einen 12er hatte ich leider nie), alle haben mich emotional in ihren Bann gezogen und tun es bis heute. So sehr, daß ich im Ruhestand sogar mit dem Schrauben begonnen habe.

Elektro-Fahrzeuge sind, waren und werden für mich immer nur Vehikel sein, die mich von A nach B bringen. Das können Strassenbahnen, U-Bahnen, Züge oder eben e-Autos sein. Mittel zum Zweck, nichts weiter. Obwohl wenn vor einem Zug eine Dampflok hängt, dann gibt es Emotionen mit schönen Erinnerungen bei mir.

Ein e-Auto, Beschleunigung hin oder her, wird bei mir nie Gänsehaut erzeugen. Ein Youtube-Video mit einem V10 im Formel1-Renner, ein AMG 63 oder ein Motorrad mit 4-Zylinder die durch einen Tunnel mit entsprechender Drehzahl ballern, ja, die schaffen das. Emotionen halt und die linke Gehirnhälfte hat Pause.
Gruss Carlo
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Claus Td » Sa 11 Sep, 2021 08:29

gr1nd hat geschrieben:
Claus Td hat geschrieben:
gr1nd hat geschrieben: Denn gerade auch die Defizite des Verbrenners in Kombination mit der trägen 722.6 im SL haben auch ihren Charme ;)

Verstehe ich nicht was da träge ist

Ist das ernst gemeint? Bist du jemals ein 7G+, 9G AMG DSG oder ZF8 gefahren? Falls nicht, solltest du das dringend nach holen. Dann weißt du sofort, was ich meine.

Ich bin mit dem echten Automatikgetriebe 722.6 sehr zufrieden und würde nie gegen ein 7-8-9 Gang Doppelkupplungsgetriebe tauschen wollen. Ich finde es schon akustisch scheußlich wenn ich die Autos beschleunigen höre. Jedesmal an den Begrenzer braamm-tatata-braamm-tatata usw. Man hört in keinsterweise den schönen Klang vom hochdrehen des Motors aus niedrigeren Drehzahlen,einfach genauso langweilig wie ein E-Auto. Die E können Drehmomente und Beschleunigung haben wie sie wollen,das begeistert nur jetzt am Anfang. Irgendwann wird man den Verbrenner mit den echten und hörbaren/spürbaren Emotionen vermissen. Siehe die Beliebtheit von Oldtimern.
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Capoholgi » Sa 11 Sep, 2021 09:08

Hallo Carlo,
ich bin überhaupt nicht weit weg von deinen Gedanken. Zwar etwas jünger - muss noch ein wenig arbeiten - dennoch als Jungendlicher aus einer Zeit, in denen eine Herkules Prima 5S der absoluter Traum war. 35er Bing Vergaser, P5 Krümmer, den Kolben unten ein Stück abgesägt, damit der Gaswechsel früher starten kann.
Dann absolut illegal mit fast 60 Sachen durch die Gegend, obwohl die Fahrerlaubnis nur bis 25 Km/h reichte.
Erstes Auto ein BMW 2002 umgebaut auf auf den Doppelvergaser als Ti. Unter Strich ca. 120 PS. Die machten den 02 zur Rakete. Dann Ford Taunus. Original mit 109 PS aus einem V6 mit 2,3 Liter Hubraum. Umgebaut auf den 2.8er mit 135 PS. Die Kiste ging mit ihrer Starachse schön quer. Nächstes Projekt: W111 Flachkühler mit einem meiner besten Freunde vom Schrott für 600 DM gerettet. 2,8 Liter Reihensechszylinder (eine Nockenwelle) mit 160 PS auf Doppelnocker mit 185 PS umgebaut. Dann irgendwann 5 Liter V8 und zum Schluss 5,6 Liter mit 300 PS ohne KAT. verbaut.
Du siehst, auch bei mir zieht sich das lustige Hantieren mit Hubraum und Gasbefüllung von Brennräumen wie ein roter Faden durchs Leben. Aber, wie ich schon weiter oben schrieb, die Kugel dreht sich weiter. Hobbymäßig bleibe ich mit Sicherheit dem Hubkolbenmotor so lange treu wie es die Ersatzteillage und Brüssel zulässt. Berufsmäßig und als Dailydriver wird es sich mit Sicherheit in die Elektromobilität wandeln, ob ich das will oder nicht. Aber es hat auch Vorteile. Wenn man eine PV-Anlage besitzt, kann man seine eigene Energie zur Mobilität produzieren. Zuhause laden und mobil sein.
Aber wie alles im Leben. Wo Licht ist, ist auch Schatten. So wird es sich auch langfristig mit unserer Mobilität entwickeln.
Gruß Holger

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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon Gerd-RS » Sa 11 Sep, 2021 14:10

Ich versuch's mal ganz nüchtern zu sehen: Verbrenner- oder E-Antrieb: Aus meiner Sicher momentan immer noch eine Frage des täglichen Einsatzes. Oder weniger nüchtern und mehr emotional: Jedem Tierchen sein Plaisierchen!"

Für alle reinen Stadtfahrten haben wir seit mehr als einem Jahr einen VW E-Up und sind damit hochzufrieden! In der Stadt kommt es nicht auf
Geschwindigkeit an und wegen des sofort zu 100% zur Verfügung stehenden Drehmoments lässt der "Kleine" beim Ampelstart so gut wie jedenm Verbrenner hinter sich. Mit dem "Kleinen" gestaltet sich die Parkplatzsuche von Haus aus leichter und für die üblichen Fahrstrecken in der Stadt reicht die Akku-Kapazität allemal aus. Im Sommer fährt der "Stromer" mit vollem Akku gut 280 km am Stück. Nachladen? In der Stadt ist die Lade-Infrastruktur zwar immer noch verbesserungswürdig aber hier und da auch schon durchaus in Ordnung. Wenn man Strom "tankt", zahlt man übrigens meist keine Parkgebühr, was in Großstädten mit einem Verbrenner ja manchmal schon heftig zu Buche schlägt. In Köln gibt es in der Innenstadt sogar ein Parkhaus, in dem ich mit dem "Stromer" nicht nur umsonst parken kann, sondern auch noch den Strom zum Nulltarif bekomme. (Danke Rheinenergie!). Leider gibt es in dem Parkhaus aber nur drei E-Plätze. Zu Hause tanke ich - meist über Nacht - an der eigenen Wallbox in der Garage. Natürlich Öko-Strom. Man will ja auch was für's grüne Gewissen tun. Soviel Positives - ganz emotionslos - zum E-Auto.

Für die Strecke - ich meine damit alles über 120 km in eine Richtung - habe ich einen "stink" normalen Diesel. Ich habe nämlich weder Zeit noch Lust, unterwegs irgendwo eine Stunde "Zwangspause" zum Tanken einlegen zu müssen. Und ich fahre - wo es geht und wo es (noch) erlaubt ist - auch gerne mal etwas schneller. Das würde jedes E-Auto mit heftig ansteigendem Verbrauch und damit noch geringerer Reichweite quittieren. Also auch aus dieser Perspektive: Für längere Strecken und hohe Geschwindigkeit ist das E-Auto für mich immer noch keine Alternative zum Verbrenner.

Jetzt zum "Plaisier": Mag ja sein, dass die tolle Beschleunigung und das lautlose Gleiten eines E-Autos "good vibrations" auslösen kann. Aber für mich ist da mein SL - auch wenn er nur 6 Zylinder hat - unschlagbar! Diese Gefühl des gepflegten Cabrio-Cruisens in der Freizeit kann keiner besser erzeugen.

Fazit: Jedes Auto, jedes System zum richtigen Zweck einsetzen. Damit komme ich gut zurecht.

Gruss


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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon gsfux » Sa 11 Sep, 2021 18:50

Gerd-RS hat geschrieben:Ich versuch's mal ganz nüchtern zu sehen:


Das isses: Ganz nüchtern wäre für uns zu Hause die Benutzung eines Elektroautos sinnvoll, aber nicht, wenn ich für den Stromer mehr als 10000,. Euro mehr ausgeben muß, als für einen vergleichbaren Jahreswagen mit Verbrenner - den meine Frau sowieso nur im Winter fährt, weil sie im Sommer nicht von ihrem alten Astra G Cabrio mit LPG-Antrieb lassen will.
Emotion ist doch was ganz Anderes: Ich hatte den Dicken auf Arbeit stehen, weil ich ihn in Ruhe waschen wollte.
Kommt einer meiner ausländischen Autohändler: "Oh! Mach mal auf. Es ist doch schon der Geruch der alten Benze, nach Holz und Leder, der so faszinierend ist!"
Recht hat er :up:
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Gruß
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Re: E-Auto emotional?

Beitragvon gr1nd » Sa 11 Sep, 2021 19:36

gsfux hat geschrieben:aber nicht, wenn ich für den Stromer mehr als 10000,. Euro mehr ausgeben muß, als für einen vergleichbaren Jahreswagen mit Verbrenner

Der Vergleich hinkt, je nach Modell, jetzt schon und wird es in wenigen Jahren noch mehr. Dazu kommt, dass einige vergessen, dass es 6-9k Förderung gibt (je nach Kaufpreis). Und neben dem Kaufpreis (Verbrenner werden alleine schon wegen den "Strafzöllen" der Hersteller und weil sich die Volumina verschieben teurer) gibt es dann ja noch die Ersparnis beim "Kraftstoff", insbesondere dann, wenn man zuhause laden kann. Richtig lohnt es sich dann noch mit PV Anlage, die wohl bald pflicht werden wird.
Warum hinkt der Vergleich? Finde bitte einen Verbrenner Jahreswagen mit den Fahrleistungen eines Model 3 Performance, der 10k günstiger ist als der Neupreis des Model 3 Performance (ca 54T€). Und wenn wir fairerweise mal bei Neupreisen bleiben und diese vergleichen: Auch ein Panamera Turbo S, der in den Fahrleistungen unterlegen ist, ist nicht günstiger als ein Taycan Turbo S (Blöder Name übrigens).

gsfux hat geschrieben:Emotion ist doch was ganz Anderes: Ich hatte den Dicken auf Arbeit stehen, weil ich ihn in Ruhe waschen wollte.
Kommt einer meiner ausländischen Autohändler: "Oh! Mach mal auf. Es ist doch schon der Geruch der alten Benze, nach Holz und Leder, der so faszinierend ist!"

YMMV. Für die einen mag das Emotion sein, für andere stinkiges altes Zeug. Letzte finden ihre emotionalen Momente dann ggf. dann, wenn es sie beim Beschleunigen eines e-Autos in den Sitz presst wie vorher noch nie erlebt. Oder beim Anblick eines Lastenrads ;)

Interessant zu dem Thema ist übrigens das Video mit Röhrl in einem Taycan, der ja bekannterweise skeptisch (wohlwollend ausgedrückt) ggü. e-Autos ist:
https://www.youtube.com/watch?v=HpX7SVvV5Vs
gr1nd
 
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